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Laut- und Körpersprache des Hundes

Einer der großen menschlichen Irrtümer ist die Behauptung, dass Tiere nicht sprechen können, weil Menschen mit "Sprache" nur unsere menschlichen Laute meinen. Tatsache ist:  Tiere besitzen vielfältige Sprachen. Nur verstehen die meisten Menschen diese nicht, oder selten, oder falsch. Wenn Menschen lächeln und dabei ihre Zähne zeigen, kann das ehrlich sein oder geheuchelt. Wenn Hunde ihre Zähne zeigen, ist das weder geheuchelt noch zum Lachen, sie drohen. Doch beide können von ihren unterschiedlichen Gesten und Mimiken, ihrer verschiedenen Körper- und Lautsprache lernen.

 

Selbst die Verkümmerung ursprünglicher Rudelkommunikation von Wölfen zu unseren Haushunden läßt noch erkennen, wie sich Hunde untereinander laut- und körpersprachlich verständigen. In abgelegenen Gehöften ist dies noch erhalten geblieben; wenn sich ein Hofhund meldet, schlagen die anderen in der näheren (hörbaren) Umgebung in die Hunde-Nachrichtenmeldung ein.

 

Der Urahn Wolf braucht, das wissen wir dank Verhaltensforschung und Wildbiologie, ausgeprägte Regeln, weil er ein sehr soziales Rudeltier ist, ja sein muss, um zu überleben. Er konnte sich anpassen, weil in seinem Rudel eiserne Regeln gepflegt werden.

 

Diese Ordnungsregel ist biologisch. Wir haben damit Schwierigkeiten, weil wir uns von natürlicher Ordnung entfremdet haben. Aber selbst der dekadenteste Superrassehund beherrscht - wenn er es von Klein auf lernen durfte - die Regeln der Hundesprache. Im Vergleich zum Wolf sind sie freilich, wegen dem Umgang mit Menschen, verändert/reduziert. Sie haben sich dem Menschen angepasst, soweit es dem Rudeltier Hund möglich war. An den Körper- und Lautsignalen unterscheiden sich auch die Geschlechter und das Alter der Hunde; auch körperbauliche Typen differieren.

 

Ein ausgebildeter Hund gibt deutlichere Signale von sich als ein dumm gehaltener Hund.

"Ausbildung" ist deshalb wörtlich zu verstehen!

 

Die Körpersprache des Hundes ist sehr vielschichtig. Wie viele grundsätzliche Signale kann ein Hund allein mit seinen Körperteilen aussenden? Es sind ca. 13 unterscheidbare Körpersignale mit 71 Kriterien. Natürlich sind Kopf, Rute, Ohren, Fang die wichtigsten Zeichen. Aber dazu zählen noch viele Feinheiten (Unterabteilungen), die mit Übung erkennbar sind. Psychologen nennen das Blickschulung. Daran erkennt man nicht nur psychische, sondern auch gesundheitliche Befindlichkeiten sowie die momentane Befindlichkeit.

 

Die körpersprachlich deutlichsten Kriterien sind Rute, Lefzen, Gebäudehaltung, Ohrenstellung und Blickrichtung. Weitere Differenzierungen sind artgemäße Grundhaltungen der Ruten.  Spitze, Schlittenhunde oder die meisten Herdenschutzhunde tragen sie in "Normalstellung" stark nach oben gerollt, Schäferhunde tragen sie gerade bis leicht abwärts fallend, Hetzhunde dagegen oft stärker abwärts.

 

Das Wedeln mit der Rute ist nur ein Zeichen der Erregung. Das heißt nicht, wie allgemein angenommen, dass ein Hund dabei grundsätzlich freundlich gestimmt sein muss. Beim Beurteilen muss man also neben den allgemeinen Befindlichkeiten alle arttypischen Varianten mit einbeziehen. All diese Parameter bilden ein Gesamturteil.

 

Die folgende Tabelle zeigt nur grundsätzliche Möglichkeiten bei psychisch und physisch gesunden erwachsenen Hunden. Welpen und Junghunde üben dies mehr oder weniger spielerisch.

 

Hunde-Körpersprache und was sie uns sagt:

 

Rute

(relativ) hochgetragen:

freudig, aufmerksam

(relativ) abwärts:

gelassen, sicher

zwischen Hinterläufen eingeklemmt:

unsicher, unterwürfig

hochgetragen wedelnd, kreisend:

erregt, erwartungsvoll

hochgetragen, schräg, steif:

imponierend, angespannt

ansteigend, zuckend oder steif gerade:

angriffsbereit


Lefzen

geschlossen, Zähne nicht sichtbar:

gelassen, sicher

nach hinten gezogen:

unsicher, warnend

vorn stark hochgezogen, Zähne sichtbar:

defensiv drohend

insgesamt hochgezogen, Gebiss sichtbar:

offensiv drohend

"grinsend" zurückgezogen:

demütig, unterwürfig, heiter

"offen" nach hinten hochgezogen:

spielauffordernd


Körperhaltung insgesamt

frei, locker:

sicher, ausgeglichen

gedrückt, abtauchend:

unsicher, scheu, ängstlich

scharrend, größer werdend:

imponierend, offensiv

Fang über Genick:

offensiv aggressiv-dominant, kampfbereit

von hinten aufreitend:

sexuell dominierend

kauernd sprungbereit:

angriffs-, auch rauf- und fangspielbereit

wechselnde Haltungen:

unsicher drohend, abwartend

legt sich auf den Rücken, zeigt Weichteile:

aktiv unterwürfig

macht sich klein:

passiv unterwürfig, ängstlich

aufdringlich Kontakt suchend:

unterwürfig spielauffordernd

pföteln, vorn abtauchend, offen:

aktive Spielaufforderung


Ohrenstellung

locker, stehend oder hängend, offen:

sicher, entspannt

nach vorn, offen:

aufmerksam, erwartungsvoll

nach hinten gerichtet, eng anliegend:

offensiv drohend

nach hinten und unten, abstehend:

unterwürfig, mürrisch

nach hinten und unten, eng anliegend:

passiv unterwürfig

rotierend, offen:

aktiv auffordernd, höchst aufmerksam

wechselnd einzelne Stellung:

wechselnder Gemütszustand


Blick

ruhig, stabil:

sicher, entspannt

flackernd, scheinbar ohne Ziel:

unsicher, vorsichtig

ruhig, absichtlich abgewandt:

Gelassenheit demonstrierend

Gegenüber starr fixierend:

dominantes Drohen, herausfordernd

Blickkontakt vermeidend:

präventiv passive Unterwerfung

unsteter Blick auf Gegenüber:

aktive Unterwerfung, ängstlich

ins "Leere" schauend:

Langeweile vortäuschend, aber aufmerksam

offene Pupillen, heiterer Blick:

aktive Spielaufforderung


Nackenhaare

normal anliegend:

gelassen

gesträubt:

imponierend, drohend, angriffsbereit


Kopfhaltung

angehoben:

sicher, aufmerksam

gesenkt, aber Blick nach oben:

präventiv vorsichtig, unsicher

ganz hoch und waagerecht:

imponierend, selbstsicher

leicht nach vorn, gestreckt:

offensives Drohen

deutlich weggedreht vom Gegenüber:

passive Unterwerfung

seitlich nach unten abgetaucht:

aktive Unterwerfung

ganz tief, aber offen:

Spielaufforderung


 

Hals

gestreckt nach oben:

sicher, imponierend

zur Seite nach unten:

unterwürfig


Läufe

Hinterläufe leicht angewinkelt:

locker, standhaft

Hinterläufe leicht eingeknickt:

unsicher, abwartend

Vorderläufe gestreckt und aufrecht:

imponierend, neugierig

Vorderläufe abtauchend:

unterwürfig

Vorderläufe schnell auf den Boden:

aktive Spielaufforderung


Nasenrücken

glatt:

entspannt

gekräuselt:

drohend


Gebiss

nicht zu sehen:

entspannt

vorn gebleckt:

defensives Drohen

Gebiss sichtbar (Lefzen weit oben):

offensives Drohen

im Backenbereich sichtbar:

spielaufforderndes "Lachen"


Spezielle Körperkontakte

Sucht Schnauzenkontakt:

soziales Begrüßungsritual

anales, genitales Beriechen:

Feststellen des Geschlechts

"Luftschlecken" mit der Zunge:

bettelnde Kontaktsuche

paralleles Aneinanderstellen:

gleichrangiges Imponieren

Kontaktliegen:

Ruhe, soziales Wärmeempfinden

Pfotenstupsen oder -treten:

Nachfolge des Milchtritts (bei Welpen),
eine Aufforderung

Schnauzenstupsen:

das gleiche, Nachfolge des Zitzenaufbereitens zur Milchabgabe (bei Welpen)

Der ganze Körper ist ge- und
bedrückt, die Augen demütig:

Enttäuschung oder Trauer, oder der Hund ist organisch krank

 

 

 

 

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